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Picasa vs. Flickr - Fazit nach einem Jahr

August 11th, 2010

Jeder der privat viele Fotos erzeugt wird sich irgendwann auch Gedanken darüber machen, diese irgendwo im Internet zu verwalten. Das ganze bietet einem ja gleich mehrere Vorteile: Man hat ein Backup der Daten, kann sie von einem zentralen Ort aus in Print-Form nachbestellen und selektiv mit Freunden teilen.
Ich teste nun seit einem Jahr gleichzeitig Google’s Picasa sowie Flickr, um mir ein Bild von beiden Diensten zu machen.

Das Preismodell
Beide Dienste bieten sowohl eine kostenlose als auch eine kostenpflichtige Version an. Die Konditionen der kostenlosen Version sind schon sehr unterschiedlich.. Picasa bietet 1GB freien Speicherplatz an, Flickr bietet unbegrenzten Speicherplatz. Was auf den ersten Blick verführerisch klingt, entpuppt sich auf den zweiten Blick aber eher als Marketing-Gag: Man kann nämlich nur 100MB im Monat hochladen und nur die letzten 200 Bilder werden angezeigt. Die anderen Bilder verfallen zwar nicht, werden aber nicht mehr angezeigt. Nach einem Upgrade auf einen “Pro”-Account werden auch diese wieder wie gewohnt angezeigt. Dieser Account kostet jedoch 24,95$ im Jahr und bietet unbegrenzten Speicherplatz / Upload. Picasa kommt mit einem gestaffelten Modell daher, welches bei 5$ für 20GB anfängt und bei 256$ für ein Terrabyte aufhört. Dieser Speicherplatz lässt sich allerdings auch für andere Google Anwendungen wie Google Documents nutzen. Sowohl die Kosten für Picasa als auch Flickr fallen jährlich an.

Der Upload
Für die meisten Benutzer ist der bequeme Upload von Bildern wichtig. Google und Flickr bieten zu diesem Zweck eigene Programme an, die jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Google bietet mit Picasa eine komplett ausgestatte Foto-Verwaltung an. Flickr bietet nur einen auf das nötigste reduzierten Uploader an.
Beide Anbieter bieten desweiteren eine API an, über die auch Drittanbieter auf den Dienst zugreifen können.
So gibt es für beide Dienste auch Plugins, welche sie an andere Foto-Verwaltungen anschliessen.
Für den Upload nur weniger Bilder eignen sich die Web-Uploader der Dienste. Der Flickr Web-Upload gefällt mir etwas besser, da dieser auch den Upload einer beliebigen Anzahl von Dateien erlaubt. Picasa Webalbums erlaubt immer nur den Upload von fünf Dateien gleichzeitig, von denen der User jede einzeln anwählen muss.

Die Rechtevergabe
Wer seine Fotos auch Freunden zur Verfügung stellen möchte wird mit Picasa deutlich mehr Spass haben. Beide Programme bieten eine Rechtevergabe an, in der man einstellen kann, wer auf die Bilder zugreifen kann. Bei Flickr ist das zum Teil aber recht umständlich - um die Rechte für eine Menge von Bildern zu ändern muss man zuerst ein eigenes Tool aufrufen (den “Batch-Editor”) um damit die Rechte zu ändern. Dann kann man einstellen, für wen das Foto oder die Gallerie sichtbar ist. Flickr erlaubt jedoch nur ein recht grobe Einstellung - man kann das Album für jeden, für Freunde, für die Familie oder für niemanden sichtbar machen. Picasa kann dies alles auch, bietet darüber hinaus aber noch die Möglichkeiten, einzelne Personen zu einem Album einzuladen. Dazu kann man sich einen Link generieren lassen, über den dann der Zugriff auf das Album ermöglicht werden. Diesen Link schickt man dann den Personen per Mail oder lässt ihn direkt per Picasa verschicken. Geben diese Personen den Link jedoch ungefragt weiter, gibt es keinen Schutz. Man sollte sich also genau überlegen, welche Alben man auf diese Weise freigibt.
Um diesen Problem zu umgehen kann man auch eine Anmeldung bei Picasa fordern, um Zugriff auf ein Album zu erlangen. Die eingeladenen Personen brauchen dann aber zwingend einen Google-Account, um darauf zuzugreifen. Sie können dann allerdings auch (sofern dies erlaubt wurde) Bilder zu dem Album hinzufügen.

Der Dateizugriff
Beide Dienste bieten einen unkomplizierten Zugriff über ein gut designtes Webinterface an. Die Optionen zum Gruppieren und suchen von Bildern sind bei beiden Diensten sehr ähnlich, Flickr bietet allerdings Tags an, welche die Verwaltung von vielen Fotos erleichtern. Die Oberfläche von Picasa wirkt etwas aufgeräumter und auf das Wesentliche konzentriert, bietet aber auch nicht alle Features.

Die API

Beide Dienste erlauben den Zugriff auf ihre Datenbestände per API. Dies bedeutet, dass sie Programmierern eine Schnittstelle zur Verfügung stellen, mit der sie auf die Daten zugreifen können. Die Picasa-API hat hier wiederum die Nase vorn. Sie ist deutlich ausgereifter und konzentriert sich nicht (wie die Flickr-API) nur auf den Upload von Bildern. Weiterhin hat Flickr in der Vergangenheit manche Programme blockiert, welche über die API auf den Datenbestand von Flickr zugreifen.

Fazit
Picasa ist für mich persönlich die bessere Wahl. Bei meinem derzeitigen Datenbestand (der kleiner als 20GB ist) ist es günstiger als Flickr und bietet mir die besseren Möglichkeiten zur Rechteverwaltung. Dieses Feature nutze ich sehr oft, darum würde Flickr im Moment überhaupt nicht mehr für mich in Frage kommmen.
Es ist bei Fotos eben oft so dass man nur einer einzelnen Person den Zugriff erlauben möchte, und nicht gleich dem ganzen Freundeskreis oder gar jedem..
Personen mit unerhört grossem Datenbestand(>80GB) kann man Flickr empfehlen. Zwar ist die Verwaltung von Foto-Alben etwas umständlicher als Picasa, jedoch ist es günstiger und bietet durch die Verwendung von Tags eine zusätzliche Möglichkeit zur übersichtlichen Speicherung.

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  1. October 11th, 2010 at 11:11 | #1

    Danke für die ausführliche Beschreibung, wird mir bei meiner Entscheidung weiterhelfen.
    Sophie Janotta

  2. fabian
    January 10th, 2011 at 17:38 | #2

    wie denkst du darueber, dass du google das recht einraeumst, deine bilder frei fuer eigene werbemassnahmen nutzen zu duerfen?

  3. January 13th, 2011 at 19:04 | #3

    Hallo Fabian,

    mittlerweile benutze ich Picasa nicht mehr und bin zu Flickr gewechselt, nachdem ich zwischendurch noch andere Alternativen (wie z.b. SmugMug) getestet habe.
    Diese Klauseln findest du allerdings in der einen oder anderen Form in vielen AGBen wieder, wenn auch nicht so offensichtlich formuliert wie bei Google. Flickr ist da meiner Meinung nach eine recht gute Wahl, da sich Yahoo ‘nur’ die Veröffentlichung und unlimitierte Weiterverwendung der als “öffentlich” markierten Bilder hochlädt. Auch hier ist allerdings Vorsicht geboten: Wer die Bilder zuerst als “öffentlich” hochlädt, und kurz darauf schützt, ist nicht vor einer Veröffentlich durch Yahoo geschützt!

  4. January 25th, 2011 at 07:34 | #4

    fabian :
    wie denkst du darueber, dass du google das recht einraeumst, deine bilder frei fuer eigene werbemassnahmen nutzen zu duerfen?

    LInk?

  5. fabian
    January 26th, 2011 at 09:24 | #5

    http://picasa.google.com/intl/en-GB/web/tos.html

    Unter 4. PROPRIETARY RIGHTS - Your Rights

    [...]
    In addition, by submitting, posting or displaying Content which is intended to be available to the general public, you grant Google a worldwide, non-exclusive, royalty-free license to reproduce, adapt, distribute and publish such Content for the purpose of displaying, distributing and promoting Google services.
    [...]

  6. Johann
    March 1st, 2011 at 23:12 | #6

    Und warum bist du nun doch zu Flickr gewechselt? Würde mich interessieren. Laut deinem Fazit sollte Picasa doch eigentlich die bessere Wahl sein.

  7. March 2nd, 2011 at 15:28 | #7

    Das hatte zwei Gründe: Zum einen ist es nun möglich, die Zugriffsrechte bei Flickr besser zu regeln. Zum anderen möchte ich nicht mehr dazu gezwungen werden, eine Kreditkarte zur Bezahlung zu nutzen. Und mittlerweile gibt es auch weit mehr Programme, die einen Flickr-Plugin haben als Programme mit Picasa-Plugin.

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